Der Ursprung der „Fohlenweide“

Im Jahr 1720 begann man unter der Regentschaft Constantin von Buttlars mit dem Bau eines „Thiergartens“ auf  einer Fläche von über 2000 Morgen. Diese war umgeben von einer großen Umfassungsmauer mit vier Toren.  Durch das Biebersteiner Tor im Norden führte eine Lindenallee zu einem herrschaftlichen Jagdhaus, bestehend aus einem Küchenbau, Scheunen, Ställen, Backhaus, Jägerhaus sowie einer Wasserkunst. Daraus entwickelte sich das Gelände der heutigen Fohlenweide.

Während der französischen Besatzung um 1800 kam es zu Plünderungen. Der Verfall der Anlage schritt langsam voran. Um den weiten Verfall aufzuhalten entschloss sich der hessische Kurstaat 1822 die Anlage zu verkaufen und die Mauer des einstigen „Thiergartens“ abzureißen. Aufgrund mangelnden Interesses eines Käufers wurde das Abbruchmaterial der Mauer der Gemeinde zur Verfügung gestellt, die damit örtliche Wege befestigte und baute. Diese sind bis heute zum Teil noch erhalten. Aus der damaligen Zeit ist heute nur noch der ursprüngliche Marstall erhalten, das heutige Hotel.

Von der Schankwirtschaft zum Hotelbetrieb

1834 wurde die erstmals so benannte „Fohlenweide” nach Genehmigung durch den hessischen Landwirtschaftsverein eröffnet. Der dort wohnende Fohlenwärter richtete im Nordteil eine kleine Schankwirtschaft ein, die sich vor allem im Sommer über viele Jahrzehnte zu einem beliebten Ausflugsziel entwickelte. Erst 150 Jahre später, 1980, gab der letzte Fohlenwärter seine Wohnung und den Wirtschaftsbetrieb endgültig auf.

Im April 1986 übernahmen der Gastwirt Gotthard Nüdling, sein Schwager und ihre Ehefrauen den Besitz. Schon drei Monate später wurde mit dem Bau der „neuen” Fohlenweide begonnen. Der Nord- und Südpavillon als wesentliche Elemente des alten Marstalles blieben erhalten und konnten, kunstgerecht verbunden, zu einem modernen Hotelgebäude umgestaltet werden. Für die gesamte Gastronomie wurde ein komplett neuer Gebäudeteil erstellt. Seit 1991 führt die Familie Nüdling die Fohlenweide im Alleinbesitz. 1998 wurde eine Reithalle mit integriertem Hochseilgarten und Kletterwand gebaut. Eine weitere Neuerung gab es 2001: im Restaurantgebäude entstand eine neue Empfangshalle mit Bar, sowie mehrere Tagungs- und Konferenzräume.

2013 beschloss Gotthard Nüdling sich zur Ruhe zu setzen. Sein Wunsch war, dass der Charakter und Charme der Fohlenweide erhalten bleiben sollte. In dem Unternehmerpaar Elisabeth und Michael Fode fanden sich die passenden Nachfolger für die Fohlenweide. Seit 1. März 2014 führen sie die traditionsreiche Geschichte der Fohlenweide fort und wandeln diesen einzigartigen Ort zu einem Seminarhotel und Veranstaltungsort. Im Jahr 2015 wurden 10 Einzelzimmer saniert und das moderne Seminargebäude „Freiraum“ hinzugebaut und behutsam in das Gesamtensemble eingefügt. Weitere Entwicklungsschritte sind in Planung …